Raus mit Applaus

Achtelfinale Autohaus Anders Pokal 2. Runde am 22. Oktober 2019

TSV Weyhe-Lahausen U10 I : TSV Ristedt U10 8:6 nE (4:4 (2:1))

Bericht von Nicole Renner

Heute sollte es nun soweit sein – die 2. Runde im Pokal stand an, die Ristedter Erdmännchen waren entsprechend aufgeregt und gespannt, wie natürlich auch ihre Trainer. Als hätte es der Trainer vom TSV Weyhe-Lahausen gewusst, wurde noch eben die Spielstätte in eine mit Flutlicht für das eventuelle 8 Meter-Schießen gewechselt und er sollte damit recht behalten.

Aber von Anfang an.

Anpfiff fast pünktlich um 17:16 Uhr durch den Schiri von Weyhe-Lahausen. Weyhe-Lahausen hat es sich für diese Runde zur Aufgabe gemacht, direkt nach vorn zu spielen und anzugreifen, die Mitte zuzustellen ihrer 20er Spieler die Dinger machen zu lassen und so in der regulären Spielzeit zu gewinnen. Diesen Plan sollten die Ristedter aber erfolgreich kreuzen.

Nach einer Ecke von Lian auf Joost konnte die Eltern es kaum glauben, was sie sahen. Bereits in der 10. Minute das erste Tor von Ristedt. Weitere gute Aktionen folgten, allerdings ließen es sich die Weyhe-Lahauser auch nicht nehmen den Angriff aufs Tor zu starten und hatten in der 15. Minute Erfolg und diesmal klingelte es bei Theo im Tor. Auch in Minute 20 kam der 20er der Weyher-Lahausen zu nah ans Tor und verwandelte zum 2:1 zur Pause. Taktikbesprechung der Trainer und motivierende Worte sollten die Ristedter Kicker zum Anpfiff der 2. Halbzeit tragen, aber Weyhe-Lahausen hatte auch ihre Besprechung und das Ergebnis hieß: Attacke nach vorn und so klingelte es in Minute 28 und 33 bei Theo und es stand 4:1.

Wer jetzt dachte, dass es das mit dem Pokal gewesen sei, der irrte gewaltig, denn jetzt drehten die Ristedter richtig auf. Jeder gab sein bestes aber einer wollte es ganz unbedingt und so tankte sich Joost ein ums andere mal durch. Fummelte die anderen schwindelig und so wurde die Eltern der Weyher außerhalb des Käfigs, wie er liebevoll von den Einheimischen genannt wurde, nach dem 4:2 in der 35. Minute, dem 4:3 in der 39. Minute und dem erhofften 4:4 in der 45. Minute, ganz still. Unsere Eltern hingegen hatten noch nie einen besseren Kampf ihrer Schützlinge gesehen und hüpften entzückt am Spielfeldrand auf und ab.

Durchatmen, Luft anhalten.

Nun die schwierigste Aufgabe in dem bevorstehenden 8-Meter- Glücksspiel -Schießen. Die Trainer wählten taktisch ihre Schützen, 5 an der Zahl, aus. Unter Flutlicht sollte es sich entscheiden. Weyhe-Lahausen durfte zuerst schießen und traf. Danach war Lian dran: Treffer. Der nächste, Joost: zu weit nach links, Pfosten. Louis: souverän und drin. Nun Mats und leider hält der Torwart seinen Schuss. 4:2 Endstand und somit 8:6.

Natürlich ist jeder geknickt und auch die Nachbesprechung mit dem Trainer und alles Loben ob des guten Fights kamen bei den Ristedtern nur gedämpft an, denn nebenan feierte sich die Heimmannschaft. Es kullern ein paar Tränen und auch das gehört dazu – verlieren können. Das nächste Mal müssen wir konsequenter den Sack in der regulären Spielzeit zu machen, denn die Möglichkeiten hätten wir allemal dazu gehabt.

Unsere Eltern honorierten den Einsatz und so waren die Kicker wohl schon etwas verwundert, warum denn nun gerade ihre Eltern wild klatschend am Rand standen, obwohl sie ja nicht gewonnen hatten.

Raus mit Applaus – das muss man halt auch erst mal schaffen.